Carsten Vogel

Nerd 'n Noob.

What a week, huh? #4

WaWh#4 - Drei Stimmungen

Jeden Mittwoch stelle ich an dieser Stelle die drei Songs vor, die mich in der vergangenen Wochen am häufigsten begleitet, am meisten beeindruckt und dazu schwer begeistert haben.

I Don’t Like Who I Was Then“ von The Wonder Years: Der Song hat mich durch die vergangene Woche getragen. Es geht vor allem um Selbstreflexion und die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit. Dan Campbell beschäftigt sich hier mit Dingen, die er in der Vergangenheit getan hat, mit Entscheidungen, die er getroffen hat, und mit der Person, die er früher war. Es geht um Reue und Bedauern, der Titel selbst sagt ja schon: Er mag nicht, wer er damals war. Gleichzeitig ist da aber auch der Wunsch, sich weiterzuentwickeln und an den Erfahrungen zu wachsen. Die Auseinandersetzung mit Fehlern und der stetige Versuch, an sich zu arbeiten und ein besserer Mensch zu werden. Ein emotionaler Song, der traurig macht, aber auch Hoffnung und Energie für einen Neuanfang spendet: „If I can manage not to fuck this up, if I can manage not to fuck this up, I think enough is enough„.

Next up: „Desire“ von Puma Blue, ein wirklich faszinierender Song. Lo-Fi R&B, Indie-Pop und Neo-Soul vielleicht – der Sound zeichnet sich durch seinen intimen, fast schon rauchigen Charakter aus, kombiniert mit jazzigen Elementen und einem langsamen, hypnotischen Rhythmus. „Desire“ dreht sich um intensives Verlangen, eine tiefe, fast schon obsessive emotionale und körperliche Anziehungskraft. Der Text spricht von Hingabe, Intimität und der Unfähigkeit, einer bestimmten Person zu widerstehen. Es geht um eine Liebe oder Leidenschaft, die so stark ist, dass sie fast schon schmerzhaft sein kann, und um das ständige Bedürfnis nach der Nähe des anderen: „Set a nice spot, come play with me, put you fast asleep on my knees,
I be please give me what you want.
“ Die schwermütige, düstere und zugleich aber auch sanfte Atmosphäre des Songs erzeugt eine Mischung aus Sehnsucht, Intimität und Melancholie. Ein Song, der eine sehr dichte, persönliche Stimmung aufbaut. Meine Entdeckung der Woche.

Weil ich gestern bei seinem fantastischen Konzert auf dem Kunstrasen in Bonn war, darf Nick Cave natürlich nicht fehlen. „The Weeping Song“ zusammen mit The Bad Seeds aus dem Jahr 1990. Wie der Titel schon verrät, geht es ums Weinen und um Trauer. Der Song ist als Dialog zwischen einem Vater (gesungen von Blixa Bargeld) und seinem Sohn (gesungen von Nick Cave) aufgebaut. Sie beobachten die Menschen um sich herum – Frauen, Männer und Kinder – und stellen fest, dass alle weinen. Der Song reflektiert über den allgegenwärtigen Schmerz und die Trauer in der Welt, aber auch darüber, dass das Weinen ein natürlicher, vielleicht sogar notwendiger Teil des menschlichen Daseins ist. Die schwermütige, etwas theatralische Atmosphäre löst unweigerlich Melancholie aus. Es ist ein trauriger, aber auch tröstlicher Song. Er zeigt auf, dass man mit seinem Schmerz nicht allein ist und dass Trauer eine universelle Erfahrung ist. Einer meiner Lieblingssongs von Nick Cave.

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